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Gouffre de Padirac

Warum Du unbedingt in einen der interessantesten Abgründe von Frankreich hinabsteigen solltest​

Gouffre de Padirac
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Gouffre de Padirac
Warum Du unbedingt in einen der interessantesten Abgründe von Frankreich hinabsteigen solltest​

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Ausflugstipp:
Gouffre de Padirac (dt. Schlund von Padirac) – riesiges Erdloch mit angrenzendem, sehenswertem Höhlensystem (Galerien) – spannende Bootsfahrt, unterirdischer Fluss und See (Lac de la Pluie)

Lage Ort:
46500 Padirac
Département Lot – Nähe Brive-la-Gaillarde (ca. 50 km), Rocamadour (17km)

Besuchszeit:
ca. 1,5-2 Stunden (allerdings keine vorgegebene Dauer des Besuchs, frei gestaltbar)

Preis:
Erwachsene:19,50 EUR, KInder 14,50 EUR – 18 EUR (je nach Alter, siehe Tarife)
Preisliste Gouffre de Padirac

Offizielle Webseite Gouffre de Padirac: https://www.gouffre-de-padirac.com

Wir geben dir Tipps für Züge nach Südfrankreich

Hallo, wir sind Nic & Mika, 

Bereits seit einigen Jahren leben wir in Südfrankreich und genießen noch jeden Tag. Uns gefällt besonders die spannende Landschaft, die herzliche und offene Art der Einheimischen und das fantastische Essen 🙂 Wir würden uns freuen, wenn Dir unsere Blogartikeln das südfranzösische  Lebensgefühl näherbringen.

Artikel: Gouffre de Padirac mit FAQ

Artikel: Gouffre de Padirac mit FAQ

Wir geben dir Tipps für Züge nach Südfrankreich

EINLEITUNG

Das musste ja so kommen. Kennst Du das auch? Du hast etwas auf deiner schon megalangen ToDo-Liste, was Dich wirklich Jahre lang verfolgt? Und dann überrollt dich das ganze urpötzlich, ausgerechnet zu einem wirklich ungünstigen Zeitpunkt. 

So erging es uns mit unserem Besuch im Gouffre de Padirac. Du kannst mir glauben, eigentlich vermeiden wir solche Aktivitäten und den Besuch von Sehenswürdigkeiten während der lebendigen französischen Ferienzeit. Aber wir waren eh schon wegen eines Musikfestivals mit unserem Oldie-Wohnmobil “on Tour”. Und da hat sich der Abstecher regelrecht aufgedrängt. 

Planung - Tickets & Reservierung Internet

Der frühe, schnelle Vogel fängt den Wurm… oder auch manchmal muss man eben doch seine Ausflüge planen

Normalerweise sind wir sehr spontan. Wir planen unsere Ausflüge fast nie im Voraus und versuchen uns öfters als Glücksjäger ;).
Wie gut aber, dass sich unsere Ausflugsidee mit dem Gouffre de Padirac schon ein paar Tage im Voraus bei uns in die Köpfe geschlichen hat. Denn als es an die Reservierung ging, waren zu unserem großen Erstaunen alle Plätze über Tage im Voraus ausgebucht. Oha… Und neue Termine waren – wie warme Semmeln – superschnell wieder vergriffen. Da ist guter Rat teuer. 

Wir konnten online regelrecht mitverfolgen, wie offene Besuchstermine blitzschnell vergeben wurden. Und am Ende blieb uns also nur die Möglichkeit, unsere persönlichen Reisepläne an den letztendlich ergatterten Besuchstermin anzupassen. Man muss halt flexibel sein.

Unser Tipp

Wenn Du also während deines wohlverdienten Sommerurlaubs einen Besuch im Gouffre de Padirac starten willst, dann geben wir Dir als wichtigsten Tipp: 

Plane Deinen Ausflug schon ein paar Tage im Voraus und reserviere deine Tickets rechtzeitig.

Anreise nach Padirac

Jetzt geht’s ans Eingemachte…Die Anreise in die Idylle

Mit der Reservierung hatten wir also die erste Etappe geschafft und somit das erste Schäfchen ins Trockene gebracht. Jetzt ging es an die Anreise ins idyllische Padirac.

Der Ort liegt etwas abseits der großen Reiserouten, im Dordognetal (Valleé de Dordogne) im Department Lot (Region Okzitanien). Das Department Lot hat übrigens seinen Namen vom gleichnamigen Fluss und eine überaus reizvolle Natur zu bieten. Es grenzt an die Départements Corrèze, Cantal, Aveyron, Tarn-et-Garonne, Lot-et-Garonne und Dordogne. In den Tälern von Dordogne und Lot liegen einige beeindruckende Höhlen, die es zu entdecken lohnt. Nur so als kleiner Tipp am Rande 😉

In der Nähe von Brive-la-Gaillarde, einer sehenswerten mittelgroßen französischen Stadt, liegt unser Ziel: Das kleine Örtchen Padirac, was gerade einmal ca. 150 Einwohner zählt. Von Limoges benötigst Du etwa 1,5 Stunden, von Toulouse 2 Stunden und von Montauban 1,5 Stunden Anreisezeit..

 Aus Richtung Bordeaux kommend, musst Du sogar mit stolzen 3 Stunden Anfahrt rechnen. Das hört sich vielleicht jetzt etwas lang für Dich an. Aber glaub mir, es lohnt sich wirklich.

Anfahrtszeiten zum Gouffre de Padirac: Limoges ca. 1,5h, Toulouse 2h, Montauban 1,5h, Bordeau ca. 3h

Regionale Sehenswürdigkeiten Padirac

Der Weg ist das Ziel

Ganz gemütlich steuerten wir also auf unser angestrebtes Ziel zu (mit einem Oldie-Wohnmobil kann man halt auch nur langsam und gemütlich rollen 😉 

Auf der Autobahn (aus Richtung Bordeaux kommend) wurden wir bereits auf überdimensionalen Schildern auf weitere spannende regionale Sehenswürdigkeiten aufmerksam gemacht. Interessant. Denn die Region bietet eine Vielzahl sehenswerter Schlösser und bekannter Höhlen mit beeindruckenden Höhlenmalereien und anderen menschlichen Relikten.

Zum Beispiel ist da die Höhle von Lascaux zu nennen, eine der bekanntesten französischen Höhlen. Sie gehört auch zum UNESCO Weltkulturerbe. Die hier gefundenen Wandmalereien sind sage und schreibe mehr als 20.000 Jahre alt. Beeindruckend, oder findest Du nicht?.

Schade also, dass unser Zeitplan so eng gestrickt war und wir für weitere Stopps und Aktivitäten wirklich keine Zeit mehr hatten. Denn Pünktlichkeit war bei dieser Unternehmung das A und O.

Unser Tipp

Wichtig zu wissen, wenn Du zum gebuchten Zeitpunkt im Gouffre de Padirac mehr als 15 Minuten Verspätung hast, verlierst Du Deinen Platz ohne Rückerstattung des Ticketpreises

Die schönsten französischen Dörfer in der Umgebung von Padirac

Idylle & Natur pur in der Umgebung

Kurz vor unserem Ziel haben wir dann die recht leere (manchmal auch etwas monotone) Autobahn A20 verlassen. Im Anschluss ging es dann weiter über enge Straßen und durch eine landschaftlich wirklich reizvolle Gegend.

Da ein Wohnmobil wie unseres nicht gerade das kleinste Fortbewegungsmittel ist, musste man schon etwas mehr auf den manchmal recht schnell heranpreschenden Gegenverkehr achten. Es war aber alles ohne größere Probleme machbar.

Die Gegend ist regelrecht überhäuft mit pittoresken kleinen Orten und beeindruckenden Aussichtspunkten. Nicht verwunderlich für uns, dass gemäß unserem Touristenführer in der Nähe sechs der schönsten Dörfer Frankreichs (les plus beaux village de France) zu finden sind:  Autoire, Carennac, Loubressac, Turenne, Collonges-la-Rouge et Curemonte.

Wir waren schon ziemlich angetan und haben uns das eine oder andere mal schon etwas geärgert, dass wir keine Zeit mehr zum Halten und Besichtigen hatten. Aber okay, das nächste Mal. Wir kommen bestimmt wieder.

Viele schöne Dörfer in der Umgebung und eine tolle Landschaft. Plane bei Deinem Besuch genug Zeit ein, um an Sehenswürdigkeiten anzuhalten.

Rocamadour - Mittelalterliche Stadt zum Entdecken

Nicht weit von Padirac entfernt liegt der sehenswerte Ort Rocamadour. Der Ort gehört zu den großen Sehenswürdigkeiten Frankreichs (Les Grands Sites de France) und auch zu den schönsten Dörfern Frankreichs (les plus beaux villages de France). Er liegt im Norden des Parc des Causses du Quercy und bietet eine ganze Reihe von interessanten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten

Beispielsweise gibt es hier ein sehenswertes Schloss und eine Basilika, die teilweise an die Felswände gebaut worden sind. Aber nicht nur das. In Rocamadour findet jedes Jahr auch ein bekanntes Heißluftballon-Treffen (Montgolfiade) statt. Zusätzlich kannst Du dort eine Höhle besichtigen, in der man 30.000 Jahre alte, prähistorische Spuren des Homo Sapiens gefunden hat (Grotte Préhistorique des Merveilles), Der Ort befindet sich übrigens in einer Schlucht, die sich in ihrer Verlängerung zum Dordognetal (Vallée de la Dordogne) schlängelt. In der Nähe von Rocamadour gibt es übrigens auch tolle Möglichkeiten zum Camping.

Rocamadour ist eine sogenannte Grand Site de France (große Sehenswürdigkeit Frankreich), die du unbedingt anschauen solltest

Parkplätze Auto & Stellplätze Wohnmobil in Padirac

Endlich angekommen - Wohin mit unserem Oldie?

Der Anreiseweg nach der Autobahn hat sich etwas gezogen, aber irgendwann kommt man ja überall an 😉 Wir hatten nicht gewusst, dass das Gouffre de Padirac nicht direkt in Padirac liegt, sondern ca. 2,5 km vom eigentlichen Ort entfernt. In der Umgebung hat man sich gut auf den Tourismus eingestellt. Neben einigen schon älteren Wohngebäuden gab es  Restaurants, Cafés, Souvenirshops und Unterkünfte.

Erstaunlicherweise findet man dort sogar einen gut ausgestatteten, relativ großen Campingplatz. Möglichkeiten zum Camping sind also auch vorhanden. Nicht zu unterschlagen sei an dieser Stelle, dass es hier auch  einen  kleinen Zoo gibt. Ein angenehmer Zeitvertreib für groß und klein.

Um den besonders im Sommer großen Besucherstrom zu empfangen, wurde im Ort einige größere Parkplätze angelegt. Auch an Wohnmobile wurde gedacht und ein großer, mit Bäumen umrandeten Parkplatz angelegt. Sehr erfreulich!

Der Preis hierfür war für uns allerdings ein kleiner Wermutstropfen. Als stolzer Womo-Besucher musste man 10 EUR/Tag an einem Parkautomaten berappen. Egal ob man nur für die kurze Zeit des Höhlenbesuches im Ort geblieben ist, oder den ganzen Tag dort vollbracht hast zum “Camping”. 

Das Parkgeld für Autos war dagegen mit 3 EUR ein regelrechtes Schnäppchen. Aber okay, wer so lange auf diesen Ausflug  gewartet hat 😉

Das Gouffre de Padric liegt ca 2,5km vom Ort Padirac entfernt. Es gibt ein gutes touristisches Angebot und einen Campingplatz. Parkplätze für Auto und sogar Wohnmobil vorhanden.

Ankunft am Gouffre de Padirac - erste Eindrücke und Wartezeit

Erste Begegnung mit dem Objekt der Begierde

Nach einem kurzen Fußweg am Gouffre angekommen, erhellte sich dann aber die versteinerte Miene schlagartig wieder. Und die Vorfreude stieg. Denn wir standen direkt am sogenannten Schlund. Mit seinen 35 Metern Durchmesser ist das Loch wirklich riesig und einfach wahnsinnig faszinierend. Noch wesentlich beeindruckender als ich mir immer vorgestellt habe.

Von oben sichtbar ist ein Gerüst. Der Fahrstuhl und die Treppe schlängeln sich im Zickzack an den Lochwänden in die Tiefe. Erst auf den zweiten Blick wurde mir bewusst, wie tief das Loch eigentlich wirklich ist. Denn unten am Boden waren einige Personen nur noch als winzige Punkte wie ein Haufen Ameisen erkennbar. Sage und schreibe 75 m gehts hier hinab, Wahnsinn!

Das Gouffre hat ein Durchmesser von 35 Metern und eine Tiefe von 75 Metern

Spritzig-erfrischende Wartezeit vor dem Startschuss

Direkt neben dem Loch befindet sich ein Empfangsgebäude mit dem Zugang zum Fahrstuhl und der Treppe. Eine Traube von Menschen stand bereits ungeduldig wartend in einer Schlange. Je nach reservierter Zeit wurden die Besucher von einem Mitarbeiter empfangen und gebeten, sich in eine Warteschlange zu stellen (oder sich von dieser noch fernzuhalten). Wir hatten dann doch noch eine halbe Stunde Zeit und wurden erst kurz vor unserer Besuchszeit aufgerufen.

Aber das war alles kein Problem- Denn gegenüber der Warteschlange gab es da noch etwas, was mich magisch angezogen hat. An einem Geländer waren Wasserdüsen angebracht, die natürlich bei mir und den anderen Besuchern äußerst gut angekommen sind. Kein Wunder. Bei 35 Grad Außentemperatur ist man natürlich wirklich glücklich über eine kurze, spritzige Erfrischung.

Unser Tipp

Apropos Temperatur. Im unterirdischen Höhlensystem sind es konstant 13 Grad im Sommer wie im Winter. Dementsprechend empfehle ich Dir, auf alle Fälle wärmere Kleidung mitzunehmen.

Geschichte Entdeckung des Gouffre de Padirac & Höhlensystem

Ein kurzer beeindruckender Abriß

Die Geschichte des Gouffre de Padirac geht bis ins Jahr 1889 zurück. Denn da hat Édouard-Alfred Martel ausgestattet mit Kerzen, Leitern und Seilen als erster das als “le Trou de Diable” (Teufelsloch) bezeichnete Erdloch betreten.
Aber nicht nur den eigentlichen Schlund. Zusammen mit 6 weiteren Begleitern wurde dann auch das sich anschließende Höhlensystem erkundet. Bereits 9 Jahre später wurde das Höhlensystem schon zur Besichtigung ausgebaut und für die Öffentlichkeit freigegeben. Das ganze war ein großer Erfolg und nach dem ersten Jahr zählte man bereits mehr als 6000 Besucher. 3 Jahre nach der Eröffnung wurde bereits Elektrizität zur Beleuchtung installiert. Der erste Aufzug wurde 1930 gebaut.

Das Gouffre de Padirac wurde bereits 1889 erkundet. Seit dieser Zeit wurde es immer mehr für Besichtigungen erschlossen

Abstieg Gouffre - Treppe und Fahrstuhl

Sportlich oder bequem - irgendwie kommt man immer hinunter

Nachdem wir mit einem Audioguide bewaffnet waren (das ganze gab es in Französisch und Englisch), ging es dann hinab. Natürlich nahmen die Mehrzahl der Leute die Aufzüge. Ein guter Grund also für uns, um gegen den Strom zu schwimmen und die Treppen hinabzusteigen.

Nicole hatte etwas mehr Bammel als ich, da sie etwas Höhenangst hat. Allerdings war der Abstieg trotzdem kein Problem.
Angekommen auf einem Zwischenboden  meldete sich plötzlich der Audioguide. Zu hören war der erste Teil eines Hörspiels mit Édouard-Alfred Martel und seinen Begleitern. Danach ging es für uns über das Gerüst im Zickzack die lange Treppe hinunter. Unten angekommen staunten wir nicht schlecht. Alles war grün und wirklich dicht bewachsen mit Farn und Moos. Auch ein im Vorfeld befürchtetes Beklemmungsgefühl blieb fast vollständig aus. Na umso besser!

Den Audioguide gibt es in Englisch und Französisch

Erkundung Höhlengalerie - Tropfsteinhöhle & Bootsfahrt

Los gehts's - Entdecken einer ganz anderen Welt

Nach einer kurzen Pause, begleitet von geschichtlichen Erklärungen unseres Audioguides, stiegen  wir weiter langsam über eine Treppe hinab. Erst mal in Ruhe schauen, wie das so alles hier ist. Anschließend führte uns der teilweise etwas rutschige Weg durch verschiedene Sektionen der Höhle, stetig begleitet von den interessanten Gesprächen des Forscherteams auf unserem gesprächigen Audioguide. Beispielsweise erfuhren wir dabei, dass das Höhlensystem tatsächlich beeindruckende 103 Meter tief ist.

Mit jedem Schritt fühlte sich Nicole allerdings besser. Die im Vorfeld gehegten Zweifel aufgrund ihrer leichten Klaustrophobie waren weg. Alle Gänge waren ziemlich breit und ohne Probleme begehbar. Wir konnten also die atemberaubende Farbenpracht der Höhle in vollen Zügen genießen.

Abstieg in die Höhle mit Treppe oder Fahrstuhl möglich
Tiefe Höhlensystem: 103 m – relativ breite Wege 

Für alle, die gerne fotografieren: Die ganze Zeit erlaubt, nur während der Bootsfahrt auf dem Fluss verboten

Eine spannende unterirdische Bootsfahrt - Fluss und See

Gesellige Bootsmänner und eine faszinierende Bootsfahrt tief unter der Erde

Nach einer kurzen Zeit erreichten wir die unterirdische Anlegestelle für Boote. 

Nachdem wir für die Boote eingeteilt waren, gings dann auch schon los. Du kannst mir glauben, für mich war solch eine unterirdische Bootsfahrt wirklich ein besonderes Erlebnis. Teilweise fühlte ich mich an die Atmosphäre in einer Fahrattraktion in einem Freizeitpark erinnert. Allerdings war das hier alles echt und überwältigend schön.

Jedes der Boote wurde von einem sogenannten Batellier (Bootsmann) sicher und geschickt durch das Höhlensystem gesteuert. Ab und zu fuhren wir dabei unter etwas tiefer hängenden Felsen durch und ich musste mich ducken.

Nebenbei erzählte uns unser Batellier unterhaltsame Geschichten oder gab uns interessante Informationen über die Höhle. Beispielsweise erzählte er uns, dass hier blinde Krabben im Wasser leben, die man bei günstigen Lichtverhältnissen tatsächlich auch sehen kann. Kurz vor dem Salle du Grand Dôme erreichten wir dann wieder eine Bootsanlegestelle und verabschiedeten uns von unserem geselligen Bootsmann.

Ein interessantes Highlight war auch ein Riesen-Stalaktit (Grande Pendeloque) von 60m über dem Lac de la Pluie (Regensee). 

Während der unterirdischen Bootsfahrt auf dem Fluss kannst Du auch Fragen an Deinen Bootsmann stellen

Weiter gehts mit der spannenden Höhlenentdeckung zu Fuß

Nun ging es wieder zu Fuß durch das Höhlenlabyrinth.. Unser Audioguide meldete sich wieder und erwähnte, dass wir an dieser Stelle eine Deckenhöhe von über 90 m über uns haben und dass die Gesamtlänge des kartografierten Höhlensystems mehr als 40 km beträgt. 

Wahnsinn, wenn man sich überlegt, wie der Entdecker Édouard und sein Team hier unten solche Entfernungen ohne Treppen und betonierte, begradigte Wege zurückgelegt haben. Sie waren damals nur mit Leitern und Seilen bewaffnet und sind durch das Wasser gelaufen oder mussten schlammige, rutschige Felsen hochklettern. Sie haben sich hier unten, zur Erkundung der Höhle, wochenlang  mühsam, bei Kerzenlicht vorwärts bewegen müssen. Was für eine Leistung!

Deckenhöhe der Höhle bis zu 90 Meter hoch, Länge Höhlensystem mehr als 40 km

Einmal lächeln bitte für einen freundlichen Schnappschuß - unterirdische Fotosession

Für uns ging es dagegen natürlich bequem über viele Treppen auf und ab bis zum Ende des befestigten Weges. Nach einer weiteren Schleife mit einem steilen Anstieg und einem langen Abstieg erreichten wir dann wieder den unterirdischen Fluss und eine weitere Bootsanlegestelle. Dort wurden wir von einer Batellière (Bootsfrau) empfangen und zurückgebracht. Die überaus freundliche Frau stand ihrem Kollegen in Sachen Geselligkeit in nichts nach und unterhielt sich angeregt während der Bootsfahrt mit uns. 

Auf dem Rückweg fuhren wir auch auf eine installierte Kamera zu und wurden dabei fotografiert. Das hier entstandene Foto konnte man dann am Ende der faszinierenden Höhlentour an einem Desk käuflich erwerben…

Auf Rückfahrt mit Boot wird ein Bild von dir und deinem Boot geschossen – das kannst Du im Anschluss erwerben

Wiederaufstieg aus dem Schlund

Wo du runter bist, musst du auch wieder hoch…. Oder auch der brummige Kater in den Muskeln lässt grüßen

Zu diesem Zeitpunkt  waren wir schon deutlich länger als die vorher veranschlagten 1,5h unter der Erde. Aber es gab auch überhaupt keinen Grund, weswegen wir nicht unseren unterirdischen Ausflug in vollen Zügen genießen sollten. Wir ließen uns daher alle Zeit der Welt. Auch für den Aufstieg hatten wir uns auf die Treppen statt dem bequemen Aufzug geeinigt.

Als wir dann wieder vor der unsäglich langen Treppe standen, habe ich dann allerdings doch erst einmal gezögert. Und musste so an die schlauen Worte meiner Eltern früher denken: “Denk dran, wo du runter bist, musst du auch wieder hoch.” 😉 Recht hatten sie 😉 

Gemäß einigen Internetquellen sind es wohl – 543 Stufen. Ich habe sie nicht gezählt, aber es waren schon viele. Jedenfalls hat mich ein unangenehmer Muskelkater in den Beinen noch 3 Tage lang stetig an unseren Besuch erinnert.

Die veranschlagte Besuchszeit ist 1,5 Stunden. Du kannst aber das ganze ganz gemütlich angehen und je nach deinem Geschmack gestalten. Es gibt keine festgelegte Besuchszeit.

Es ist Zeit, um wieder die Hüllen fallen zu lassen

Also, auf geht’s! Der Aufstieg war genauso wie der Abstieg machbar. Allerdings ging es dieses Mal nicht in kühlere Gefilde, sondern zurück von mittlerweile angenehmen 13°C an die Oberfläche mit prickelnden südfranzösischen 30°C.  Sicherlich kannst Du Dir vorstellen, dass bei uns auf halbem Weg wieder alle Hüllen gefallen sind. Und wir haben uns die Jacken ausziehen müssen, weil es doch recht unerträglich warm wurde. Erstaunlich fand ich auch, dass trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit von 20h30 noch einige Besucher auf dem Weg nach unten waren.

Stelle Dich gut auf den starken Temperaturunterschied von oben und unter der Erde ein (jedenfalls im Sommer)

Rückkehr an die Oberfläche

Souvenir, Souvenir

Oben angekommen empfingen uns dann erwartungsgemäß mollig-warme 30 Grad. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass es ein paar Minuten gedauert hat, bis der Körper sich wieder an diese Temperaturen angepasst hat.

Nachdem wir unseren Audioguide wieder an einen der dort wartenden Mitarbeiter abgegeben hatten, begaben wir uns zielstrebig in Richtung Ausgang. Denn dort gegenüber war der  hauseigene Souvenir-Shop mit allerlei verschiedenen, mehr oder weniger nützlichen Mitbringseln untergebracht. Da wir immer auf der Suche nach einem geeigneten Mitbringsel für unsere Freunde und Nachbarn sind, war das unser nächster Anlaufpunkt.

Na klar, auch hier kannst Du am Ausgang der Höhle ein Mitbringsel für Deine Liebsten erwerben

Ein letzter Blick in die Tiefe

Bewaffnet mit unseren Souvenirs, standen wir abschließend draußen noch einmal vor dem überwältigenden Abgrund. Ein letzter Blick in die Tiefe auf den grün bewachsenen Boden des Loches. Ein abschließendes Foto vor dem riesigen Monsterloch….Und zusätzlich noch ein kurzer Videodreh für “später einmal”.  

Anschließend gönnten wir uns noch einen kleinen, wohlverdienten Schwarzen in einem der gemütlich aussehenden Cafés.

In Padirac kehrte langsam Ruhe ein. Die Menschenmassen hatten sich bereits gelichtet. Und der magische Wasserzerstäuber wurde gerade abgestellt. Alles war ruhig und gemütlich. Auf dem Womo-Parkplatz hatten sich nicht wenige mit großen Campingtisch und bunten Klappstühlen bereits auf ihre Abendgestaltung vorbereitet.

Hier zum Camping für die Nacht zu bleiben war jetzt weniger nach unserem Geschmack und wir haben uns auf den Weg zu unserem nächsten Stellplatz an einem Arm der Dordogne gemacht.
Ein langer, ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende entgegen. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass nach einem winzigen, wohlverdienten Gläschen Rotwein, die Augen fast von alleine zufielen.

Ein aufregender Tag neigt sich dem Ende entgegen. Weitere Informationen findest Du unter dem nachfolgenden Fazit.

Fazit

Ein wirklich interessanter und außergewöhnlicher Ausflugsort, der wirklich einiges zu bieten hat.

Besonders wenn Du in der Region bist, solltest du auf alle Fälle dorthin fahren. Aber auch für eine etwas weitere Anfahrt lohnt sich der Weg. Die Gegend hat viele pittoreske Dörfer, beeindruckende Schlösser und außergewöhnliche Höhlen zu bieten. Du kannst z.B. Deine Urlaubszeit toll mit Ausflügen nach Rocamadour und der Höhle von Lascaux gestalten.. 


Wenn Du Camping magst, dann könnte dies auch eine gute Option für Dich sein. Wie oben bereits erwähnt, gibt es einen Campingplatz im Ort und in der Umgebung Stellplätze.

Gouffre de Padirac FAQ

Bitte beachte, dass wir Dir auf unserer Seite Informationen präsentieren, die aus unserer eigenen Erfahrung stammen. Wir haben keinen Kontakt zu offiziellen Quellen. Aus diesem Grund können wir Dir keine Garantie für die Richtigkeit der Angaben geben.

Fragen zum Gouffre und der Höhle?

Was bedeutet Gouffre auf deutsch?

Das Wort Gouffre bedeutet in deutsch „Abgrund/Schlund“. Gouffre de Padirac bedeutet daher nichts weiter als der Abgrund/Schlund von Padirac

Was ist das Gouffre de Padirac?

Gouffre de Padirac ist ein riesiges Erdloch (Abgrund/Schlund) mit  anschließendem Höhlensystem im Departement Lot. Wir waren begeistert von einer ganz anderen spannenden Welt und besonders der faszinierenden unterirdischen Bootstour. Sehr empfehlenswert zum Besichtigen!!  

Wo liegt das Gouffre de Padirac?

Das Gouffre de Padirac liegt im Dèpartement Lot, in der Region Okzitanien. Nach Brive-la-Gaillarde sind es ca. 50km. In der Nähe gibt es zum Beispiel auch die berühmte Ortschaft Rocamadour, die zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt.

Wie tief ist das Gouffre de Padirac?

Das eigentliche Gouffre (deutsch: Abgrund, Schlund) ist ca. 75m tief. Für den Abstieg stehen dir Fahrstühle oder Treppen zur Verfügung.  

Welche Temperatur ist im Gouffre de Padirac?

Die Temperatur in der Höhle liegt ganzjährig bei 13 Grad. 

Welchen Durchmesser hat das Gouffre de Padirac?

Das Gouffre de Padirac hat einen Durchmesser von 35m.

Wie tief und lang ist das Höhlensystem am Gouffre de Padirac?

Bei deiner spannenden Höhlentour bist du 103m in der Tiefe. Das ganze Höhlensystem ist über 40km lang. Davon ist nur ein kleiner Teil für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wann wurde das Gouffre de Padirac zum ersten Mal betreten?

Édouard-Alfred Martel hat 1889  als erster den vom Volksglauben als “le Trou de Diable” (Teufelsloch) bezeichneten Abgrund betreten und zusammen mit einer Gruppe von 6 weiteren Begleitern, die darunter liegende Höhle erkundet.

Fragen zum Besuch des Gouffre de Padirac

Sollte ich Tickets für das Gouffre de Padirac im Voraus reservieren?

Wenn Du im Sommer zum Gouffre de Padirac fährst, solltest Du besser online Deine Ticket einige Tage im Voraus reservieren. Die limitierten Besuchstermine sind zumeist schnell vergriffen.

Ist ein Besuch im Gouffre de Padirac interessant?

Das Gouffre de Padirac gehört zu einen der Hauptattraktionen der Region. Ein Besuch ist spannend und für die ganze Familie geeignet. Bei Deinem Besuch erwarten Dich eine beeindruckende Höhlentour und sogar eine unterirdische Bootsfahrt. 

Wie lange sollte ich für einen Besuch des Gouffre de Padirac einplanen?

Du solltest für Deinen Besuch minddestens 1,5 Stunden einplanen. Es gibt allerdings kein Zeitlimit und Du kannst Deinen Ausflug in die faszinierende unterirdische Höhlenwelt ganz nach Deinem persönlichen Tempo gestalten. Wir sind gemütlich gegangen und haben  ca. 2 Stunden gebraucht.

Welche Kleidung sollte ich beim Besichtigen des Gouffre de Padirac tragen?

Besonders wenn Du im Sommer vor Ort bist, solltest Du etwas warmes zum Überziehen mitnehmen, denn die Temperatur in der Höhle beträgt konstant frische 13 Grad. Wir waren ein Glück gut mit Pullovern ausgerüstet, denn es war wirklich etwas frisch dort unten.

Gibt es ausreichend Parkplätze in der Umgebung des Gouffre de Padirac?

Für Autos gibt es ausreichend (kostenpflichtige) Parkmöglichkeiten in der Ortschaft. Aber auch für Wohnmobile ist ein (kostenpflichtiger) Parkplatz vorhanden. 

Gibt es Parkplätze für das Wohnmobil in der Umgebung des Gouffre de Padirac?

Ja, es gibt mindestens einen kostenpflichtigen Parkplatz für Wohnmobile. Parkgebühren 10 EUR pro Tag (Stand: August 2022)

Gibt es Campingplätze in der Umgebung des Gouffre de Padirac?

Ja, wenn Du gerne in Padirac übernachten möchtest, kannst Du dies zum Beispiel auch auf dem Campingplatz in der Ortschaft tun.

Was kostet der Eintritt im Gouffre de Padirac?

Aktuell kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 19,50 EUR, für Jugendliche (+12J) 18,00 EUR, für Kinder (4-12J) 14,50 EUR (Stand: August 2022)

Ist das Gouffre de Padirac für jedermann geeignet?

Wenn Du keine großen Einschränkungen beim Laufen hast, ist es ohne Probleme machbar.  Du musst natürlich nicht die langen Treppen laufen, sondern kannst bequem die Aufzüge nehmen. Im Höhlensystem hast du schon ein paar Laufwege zurückzulegen. Und hier gibt es ebenfalls ein paar (kürzere) Treppen. 

Muss ich schwindelfrei sein, um das Gouffre de Padirac zu besuchen?

Wenn du nur relativ leichte Probleme damit hast, dann sollte es normalerweise gehen. Beim Abstieg über die Treppe kam bei mir beispielsweise ein leichtes, flaues Gefühl in der Magengegend auf. Es war aber okay. Du kannst allerdings auch bequem die Aufzüge nehmen. Die Gänge des Höhlensystem sind relativ breit und angenehm zu begehen. Jeder muss allerdings selbst entscheiden, ob es gehen könnte.

Kann ich im Gouffre de Padirac fotografieren?

Bei unserem Besuch konnten wir viele Fotos im Gouffre de Padirac machen. Nur während der Bootsfahrt im Höhlensystem war fotografieren verboten.

Gibt es geführte Touren im Gouffre de Padirac?

Vor dem Abstieg bekommt jeder Besucher einen Audioguide ausgehändigt. Die Sprache ist zwischen Englisch und Französisch wählbar. Fragen kannst Du aber normalerweise auch an Deinen Bootsmann stellen. 

Fragen zur Umgebung von Padirac

Was gibt es noch Sehenswertes in der Umgebung vom Gouffre de Padirac?

In der Umgebung gibt es einige Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Chateau de Castelnau-Bretenoux und die pittoreske Ortschaft Rocamadour, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Hier findet jedes Jahr auch ein bekanntes Heißluftballontreffen statt.  Zusätzlich gibt es auch einige sehenswerte Höhlen in der Umgebung und einige Orte, die zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehören. Ein Besuch der Region lohnt daher auf alle Fälle.

Welche der schönsten Dörfer Frankreichs liegen in der Nähe vom Gouffre de Padirac?

Die Umgebung von Padirac ist wunderschön und für Deinen Urlaub ideal. Hier gibt es einiges zu entdecken. Daher ist es auch überhaupt nicht verwunderlich, dass 6 der schönsten Dörfer Frankreichs hier zu finden sind: Autoire, Carennac, Loubressac, Turenne, Collonges-la-Rouge et Curemonte